Im Zweifel für den Angeklagten

Freispruch!

Am Freitag gelang nach langen Mühen, einen Freispruch für den Mandanten vor der Strafkammer des Landgerichts Hamburg zu erwirken. Das Amtsgericht – Schöffengericht – Altona verurteilte den Mandanten noch wegen schweren Raubes zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr 6 Monate ohne Bewährung. Es berief sich auf den einzigen Augenzeugen und zugleich Geschädigten, der den Angeklagten unter anderem an den „Konturen der Ohren unter der Pudelmütze“ wiedererkannt haben wollte. ( DIES IST KEIN SCHERZ ). Dem Amtsgericht und der Staatsanwaltschaft reichte dies. Das Langericht war über dieses Urteil offensichtllch genauso verärgert wie ich ( und auch die neue Staatsanwältin ). Es sprach frei.
Highlight war, dass der Vorsitzende der Strafkammer dem Zeugen drei Lichtbilder vorlegte, die den Angeklagten zeigten, und zwar in einer Weise, wie er in etwa aktuell auch aussah. (Den Angeklagten hatte der Zeuge sowohl in ersten Instanz und am gleichen Tag gesehen und ihn persönlich sicher wiedererkannt . )
Auf Frage, ob der Zeuge den Mann auf den Bildern erkenne: “ Ja, der kommt mir irgendwie bekannt vor, ich weiß nur nicht woher.“
Auf Vorhalt des Gerichts, ob es nicht der Angeklagte sein könne:“ Ja, der könne das wohl sein“. ( ohne Worte )